Der Mamalog

Mutter sagte nicht die Wahrheit,
Nebelangst nahm ihr die Sicht.
Trübes Denken ohne Klarheit
Erpart sie den Kindern nicht.

Nichtstun sei der Sinn des Lebens,
Folgen einem „So-wie‘s-war“.
Denke nicht es wär vergebens,
Fehler ist nur die Gefahr!

Heuchelei mit kleinem Herzen,
Karg und rein von allem jetzt
Auch vom Schönen, eh von Schmerzen,
Leeres Herz, alles ist schlecht!

Überzeugt nicht, eingedämmert
Und durchdrungen von der Furcht,
Dass das Böse heimlich hämmert,
Überall drängt, durch und durch.

Ganz alleine auf der Reise,
Immerfort am gleichen Ort,
Badet sie in ihrer Scheiße,
Schmiert im wracken Schwertransport.

Glaubt dass Kot nach Engeln duftet,
Weil sie gar nichts and‘res kennt,
Als zu dulden und zu schuften,
Von Geburt bis Lebensend‘.

Liebe Mutter, wie ertränktest
Du uns Kindelein im Sumpf?
Gährend! Devot angestrengtes
Totenfräulein, blass und stumpf.

Leidenschaft der reichen Menschen –
Rätselhaftes Flimmerbild:
Ja, es bleibt nur frommes Wünschen
Dass etwas noch morgen gilt.

Hass und Wut und Stolz und Würde,
Meinung – all das kennst du nicht.
Fest verschlossen in dem dunklen
Kerker, der dein Leben ist.

Wo Dämonen endlos wandeln,
Erst der Tod Erlösung bringt,
Wohnst du einsam mit der Schande:
Kein Versuch, dass nichts misslingt!

Auch ich bin aus dir gewachsen
Und versteh bis heute nicht
Wie aus all dem bitt‘ren Schwachsinn
Halbwegs was geworden ist.

Soviel Kraft hat das gekostet,
Solche, die du niemals hast.
Und so sehr ich dich verachte,
Liebe ich dich trotzdem – fast.


Ausflug mit Franz Seelenriss

Noch einmal kurz fortgefahren
Und den angetrockneten Mist auf der Haut
In neuem Schlamm verweichlicht.
Endlich ein Grund mich zu waschen.

Der Alleinste an den prekären Rändern zunehmender Beschleunigung,
Dort, wo die Peitsche zur Röhre wird
Aus der die Gefahr aus dem Inneren kommt
Und alles Äußere surreal gefährdet.

Im Sog des Vakuums balancieren,
um in der Nervosität des Tornados
Die Ahnungslosigkeit der fliegenden Kuh zu sehen,
Die es nur in Filmen wirklich gibt.

Mir nichts, dir nichts, ihm nichts, ihr nichts –
In der unfassbaren Welt der Möglichkeiten
Mit ihrer offene Mündung rutsche ich durch das Wurmloch der Angst
In die Ungewissheit einer neuen Welt.

Geworfen in’s Chaos ohne faden Beigeschmack,
Alle Regler voll aufgedreht,
Total dicht vor lauter Offenheit
Bin ich mir selbst zutiefst dankbar, dass ich von dort zurückkommen durfte.


Heimat

Öder, enger, leerer Ort
Ziegen, Schafe, Ochsen und Schweine,
Jauchegrube
Kirche.
Eine von Wald ummauerte Festung,
So hell, dass niemand sehen kann.
Mit ausgestochenen Augen wirft man Kinder
In die dunklen Güllelöcher
Und lobt beim Ersticken wie brav sie gehorchen.

Die Front steht immer,
Zu lebenslänglichem Frondienst verurteilt –
Sinnloses Sieben im inzestuösen
Körperflüssigkeitenmischmasch –
Die Siebe weitergeben und das letzte Fleckchen
Verdorrende Natur bespiegeln.

Binäres Leben,
Der Arsch hängt am Kreuz –
Eine Fabrik, die Behinderte produziert.
Ein Feuerwerk der Sinnlosigkeit.
Eine Ode auf das Totgeborenwerden.

Das Wir der Leere, poröser mit jedem Aussteiger.
Infizierte Krüppel, das Restleben mit Waschen beschäftigt,
Schmieren sich Jauche auf die Wunden
Und segnen ihre Geschwüre.


Bloß nicht wackeln

Niemands Niedertracht beginnt auf falsch gelesenen Spuren,
wenn goldenes Licht den Himmel wie Sand erscheinen lässt
Und öde Bilder großer Natur
Die kleine Wirklichkeit in verlorenem Nichts projizieren.

Wer ungekannt die Pforte passiert,
Darf sein Lächeln beim Rodeo niederringen
Und sich glücklich schätzen sein eigener Herr zu sein,
In der Wüste der Verantwortung.

Einer hat die ganze Welt und allen Stress,
Sein Bruder hat Nichts und das Leben.
Der Saubere ist sicherer, aber der Schmutzige ist mutiger.
Und man weiß nicht, wer die Mutter ist,
Denn der Vater hat geboren
Und schämte sich nicht mal so ein Arschloch zu sein.

Was will sie, die glaubt, ihre Erziehung war gut,
wenn sie alles genauso macht wie ihre Eltern?
Ein warmes Nest aus Bionade-Strohhalmen
Und ein Lächeln von der rassistischen Nachbarin,
Wenn sie morgens um sieben aus dem Haus geht,
Um älteren die Welt zu erklären.

In der Arroganz des eigenen Wohlgefallens die Richtigkeit anderer übersehen –
Nett sein hat noch jede Lüge erträglich gemacht.
Erzählen statt zuhören,
Bei nahezu vollständiger Interesselosigkeit.

Ich habe keinen Groll, aber Todessterne fliegen durch mein Hirn
Und manchmal spricht jemand einen Aktivierungscode aus
Und das Hirnfleisch liegt schwer auf dem roten Knopf.
Jetzt bloß nicht wackeln, sonst ist es aus.


Christfest

Die Familie sagt, ich solle doch mit in die Kirche gehen. In diese kalte, leere, heuchlerische, ewiggestrige, drecksgottverdammte verfickte scheiß Hurenkirche, die alles kaputt gemacht hat. Wie ich sie hasse! Und alle, die mit ihr zu tun haben! Man muss Distanz zu allen wahren, die sich mit diesen giftigen Lügen infiziert haben. Einen Pfuhl unendlichen Unglücks decken diese Lügen zu. Das ist die wahre Hölle.
Sie wollen die Scheiterhaufen in den Gehirnen der Ungläubigen wieder anzünden, aber dieses Mal werden sie nicht gewinnen. Lieber sterbe ich im Kampf, als hinter geistigen Klostermauern zu leben. Wie jämmerlich Gottes Untertanen doch sind.
Sie beten vor dem Essen, wohl um das Bewusstsein zu schärfen, dass es nicht selbstverständlich ist, etwas zu essen zu haben. Jeden Tag der selbe Satz! Genau das Gegenteil erreichen sie! Rituale zerstören Bewusstsein, machen uns zu funktionierenden, gefühlskalten Maschinen.
Auf den Zetteln des Abreißkalenders steht nichts, gar nichts, nur leere Worte kann ich erkennen. In der Bibel nur Kindergeschichten und wirrer Scheißdreck. Ein Moralkatalog mit 95% Eigenwerbeseiten. Schund. Wenigstens die Kerzen am Weihnachtsbaum sind gleichmäßig verteilt. Es ist gut, dass es Weihnachten gibt. Einmal im Jahr, wird die ganze heuchlerische Doppelmoral, die ganze Untätigkeit des passiven Ertragens der Welt, das blinde Ausgrenzen alles anderen, das Desinteresse an der Wirklichkeit, sichtbar. Die Christen ziehen die Kleider an, die sie am schönsten glauben und zeigen damit, ohne es selbst zu merken, ihren schlechten Geschmack. Man will nur noch alles und jeden anspucken.
Sie sind leicht zu lenken, sie sind Schafe, sie erkennen jeden als Hirten an, der es versteht zu überzeugen. Sie gehorchen sogar einem Hirtenhund. Wie kleine Kinder gehen sie mit dem fremden Mann, der ihnen die Hand reicht und ihnen ein weihnachtliches Zuckerland verspricht.


Eine Weihnachtsgeschichte

Und es begab sich womöglich im Jahr 0 unserer Zeitrechnung, dass der Führer des römischen Reiches jeden Menschen, der innerhalb seiner Grenzen lebte, kontrollieren wollte und veranlasste somit, mangels Kameras, RFID-Chips, Internet- und Telefonüberwachung, dass eine Volkszählung stattfinden sollte. Davon betroffen waren alle, auch arbeitslose Alkoholiker wie Josef aus Galiläa und Maria, die bei ihm wohnte und für die er leidenschaftlich schwärmte.

So eine Scheiße!“, fluchte Josef, nachdem er den Anschlag auf dem Marktplatz gesehen hatte, „durch’s halbe Land reisen, nur weil ich dort geboren bin, mit welchem Geld denn? Verdammte Nazis! Und dann auch noch ausgerechnet an Weihnachten!“

Reg’ dich nicht auf, Josy“, versuchte Maria ihn zu beschwichtigen, „müssen wir halt trampen oder so.“

Ach, leck‘ mich, trampen! Wenn du dir dein Zeug drückst ist dir doch eh alles scheißegal! Da könnten dich die Römer auch aufspießen und du würdest es nicht merken! Ich brauch‘ erst mal n‘ Schnaps.“

Er genehmigte sich einen und gleich noch einen hinterher. Maria schaffte es gerade noch auf die Toilette. Sie übergab sich.

Mensch Mary, was hast du denn? Du bist den Stoff doch eigentlich gewohnt.“

Das kommt nicht von den Drogen…nicht nur! Sie begann zu weinen und erbrach sich ein zweites Mal.

Hey Baby, was ist denn los?“

Ach, lass mich!“

Maria wusste ganz genau was los war. Sie war schwanger. Allerdings nicht von Josef, ihn hatte sie noch nicht ran gelassen, im Gegensatz zu so ziemlich jedem anderen Mann in ganz Galiläa. Alle wussten, dass sie sich die Sesterzen für ihren Stoff auf dem Straßenstrich Richtung Jericho verdiente, nur Josef nicht. Oder besser gesagt, er wollte es nicht wissen, denn er war in Maria verliebt. Für ihn war sie so edel und unberührt wie die Mutter Gottes persönlich. Egal wie sturzbetrunken er auch war, er hätte sie nie anzurühren gewagt.

Einige Monate gingen ins Land und Maria versteckte ihren dicker und runder werdenden Bauch immer noch erfolgreich vor dem leichtgläubigen Josef. Diesem – seinerseits ein gelernter Zimmermann – war es gelungen, trotz seiner Alkoholabhängigkeit durch einige Rödelarbeiten genug Geld zusammen zu bekommen um einen kleinen Esel zu erstehen. Der Tag kam, dass sie aufbrechen mussten. In der ersten Nacht schlugen sie ihr Zelt nahe eines kleinen Waldstücks am Straßenrand auf. Maria kochte Tee.

Hier Josef, trink das. Ist geiler Shit.“

Ja? Na gib mal her!“ Josef goss sich eine Tasse ein und trank sie in einem Zug aus. Maria schrie auf und hielt sich den Bauch.

Mary, was ist denn? Red doch mit mir! Soll ich einen Heiler rufen?“

Nein, das verstehst du nicht…Aaaah!!!…gib mir mal den Tee.“ Josef reichte ihr eine Tasse.

Eine Stunde später saßen die beiden friedlich vor dem Zelt. Die Nacht war ungewöhnlich hell und bunt.

Josef, meinst du wir schaffen es morgen bis Bethlehem?“

Was? Wohin?“

Na Bethlehem, dein Geburtsort! Die Volkszählung! Deshalb sind wir doch überhaupt unterwegs!“

Ach so, ja. Wieso?“

Ja weil… ich wollt’s dir schon sagen, aber… ich bekomme ein Kind!“ Jetzt war es raus.

Wie?“

Na durch den Geburtskanal und dann zwischen den Beinen raus!“

Ach so, ein Baby. Ja, sowas kommt vor. Kommt aber nicht von alleine, oder? Boah, ist der Stern da grün!“

Bist du nicht böse?“

Ach Maria, wenn du ein Kind bekommst, dann ist es doch bestimmt von Gott höchstselbst!“ säuselte ihr Josef benebelt ins Ohr, während er sich näher an sie kuschelte, „hörst du auch die Engel singen? Maria, wir sind Auserwählte!“

Äh, ja…“

Maria war froh, dass Josef durch die Engelstrompete nicht auf die Idee kam zu fragen, wo das Kind wirklich herkam. Er hätte sie sonst bestimmt auch gedrängt, ihren Drogenkonsum einzuschränken. So aber redeten sie die ganze Nacht über Engel und Sterne und schliefen im Morgengrauen friedlich Arm in Arm ein.

Am Nachmittag erwachte Josef hundeelend. Zittrig krabbelte er zum Zelt, denn sie waren draußen eingeschlafen. Maria, die den Tee besser vertragen hatte, war bereits am Zusammenpacken.

Auf geht’s, du Langschläfer! Wir wollen doch vor Einbruch der Dunkelheit in Bethlehem sein!“

Au Mann, wo sind wir? Ham wir noch Wein?“

Nee, hast du gestern Mittag doch schon alles leergesoffen.“

Maria hatte vom Schnee die Nase voll und wollte so schnell wie möglich weiter. Sie lud den leichenhaften Josef auf den Esel und lief selbst strammem Schritte neben her. Durch regelmäßiges Nachpudern – und einer Flasche Schnaps für Josef, welche Maria unterwegs einem Samariter abluchsen konnte, während Josef zu dessen Ablenkung einen Verletzten spielte – schafften es die beiden noch am frühen Abend in Bethlehem einzutreffen. Dort angekommen mussten sie allerdings feststellen, dass selbst die billigsten, heruntergekommensten Spelunken und Absteigen bis auf den letzten Platz ausgebucht waren. Als letzte Chance erreichten sie schließlich ein einsames kleines Hotel am Stadtrand. Der Wirt war fett und stank, sein Doppelkinn, das fast bis auf sein speckiges Unterhemd hinunter fiel, wurde überragt von einem feisten, hässlichen Grinsen. Er sah aus, als hätte er seit Monaten keinen Menschen gesehen. Josef musste ihn wecken.

Hey, wie sieht’s aus, haben sie noch n‘ Pennplatz für heute Nacht?“

Alles voll, haut ab!“ entgegnete der Wirt, verärgert über das Wecken, barsch.

Maria spürte, dass sie kurz vor den Wehen stand und flehte ihn an. Der Wirt sabberte, während er ihren schwangeren, von Drogen ausgemergelten Körper begaffte.

Vielleicht lässt sich noch was machen.“ grunzte er. „Hey Junge, binde du schon mal den Esel an, ich zeig deiner Freundin den Schlafplatz.“

Sie ist nicht meine Freundin, sie wohnt nur bei mir, weil sie sonst nichts hat!“, lallte Josef gedankenverloren.

Umso besser!“

Nachdem Josef den Esel versorgt hatte, wartete er vor der Tür, bis die beiden drinnen fertig waren. Auf der anderen Seite der Tür des Stallverschlags, der ihnen als Ruhestätte dienen sollte, hörte er Maria stöhnen. Sie muss wohl schon in den Wehen sein, dachte er bei sich. Als der schwitzende Wirt ihm endlich die Tür öffnete, lag Maria tatsächlich halbnackt auf einem Strohhaufen. Es war ein alter Kuhstall, überall stank es nach Mist und allerlei Ungeziefer bewohnte das exkrementverklebte Stroh.

Tolles Weihnachten!“ motzte Josef und kippte den letzten Spuckrest aus der Schnapsflasche.

Ist jetzt egal du Arsch, es kommt, es kommt!!!“

Und so begab es sich, dass ein stockbesoffener, verlauster Alkoholiker zur Hebamme wurde und einer aufgelesenen, zugekoksten Straßenhure aus Galiläa half, einen Jungen zur Welt zu bringen. Der Säugling war unterernährt, genau wie seine Mutter und außerdem viel zu klein. Seine Hautfarbe war fast grau.

Maria hatte bei der Geburt so laut geschrien, dass es sich bald im ganzen Ort herumgesprochen hatte, dass ein Penner-Pärchen im alten Stall des „Perversen Persers“ – wie man den Wirt hier nicht zu Unrecht hinter seinem Rücken nannte – wohl ein Kind zur Welt gebracht hatte. Sogar die Asozialen, Aussätzigen und Junkies, die Nachts aus der Stadt gejagt wurden und bei den Tieren auf dem Feld schlafen mussten, kam davon zu Ohren. Auch wenn die meisten von ihnen total abgestumpft waren, hatten sie doch Mitleid mit einem Neugeborenen in einer solchen Situation. Die Engelstrompeten wiederholten immer wieder die Worte „Keine Angst, große Freude“, und so weiter und so fort und alle zusammen machten sie sich auf zu dem Stall. Dort angekommen warfen sie sich vor dem Kind auf den Boden. Einige starben sofort vor Erschöpfung, es war zu viel für sie gewesen.

Ausgerechnet am Heiligen Abend“, beklagte sich Josef über die verreckenden Obdachlosen.

Ach komm schon, wir sind doch auch nicht besser“, entgegnete ihm Maria, während sie versuchte das Kind im Stroh der Futterkrippe zu verscharren.

Währenddessen klopfte es am Palast des Gauleiters Herodes.

„Majestät, drei Ausländer wollen euch sprechen!“, brachte ein Diener vor.

„Hmpf, Ausländer, ja? Also gut, lass sie rein, mal sehen was sie zu ihrer Verteidigung vorzubringen haben“, entgegnete Gauleiter Herodes.

Die drei Besucher traten ein und salutierten vor dem Gauleiter.

„Was führt euch zu mir, Untermenschen?“

„Wir haben gehört, dass jemand hier dringend Medizin braucht, mein Führer!“, antwortete einer.

„Wir sind Weise aus dem Morgenland!“, meinte ein anderer, sich offensichtlich in irgendeiner Form von Rauschzustand befindend.

„Ach, entschuldigt bitte, mein Kollege ist ein solcher Kasper, mein Führer“, versuchte der Dritte die Situation zu retten, „wir sind Pharmazeuten und uns kam zu Ohren, dass hier jemand unsere Hilfe brauchen könnte.“

„Ja, Neger, ladet alles hier ab und dann verpisst euch!“

„Oh, das tut uns Leid, mein Führer, es handelt sich hier nicht um euch, sondern um ein neugeborenes Kind. Es ist schwer drogenabhängig.“

Jetzt hatten sie sich verplappert. In Wirklichkeit waren die drei nämlich keine Pharmazeuten, sondern Drogendealer aus den opiumreichen Regionen Nordpersiens. Herodes allerdings war nicht dumm und tat so, als hätte er den letzten Zusatz überhört.

„Na dann verschwindet, bevor ich euch Beine mache!“

Die drei Besucher verließen den Palast.

Drogenabhängige Kinder in meinem Regierungsbezirk!, dachte sich Herodes, so ein Gesocks kann das römische Imperium nicht dulden. Kaum waren die drei zur Tür hinaus gab er den Befehl, alle Neugeborenen in den Slumvierteln des ganzen Landes töten zu lassen.

Inzwischen hatten die drei Dealer, Kaspar, Melchior und Seppl hießen sie, den Stall erreicht.

„Guten Abend, oh, da ist ja das Kind!“ rief Seppl aus.

Die verdutzte, zitternde Mutter, die voll auf Turkey war, starrte ihn verständnislos an.

„Wir bringen dem Kind Koks, Crackrauch und Schore!“, erklärte Kaspar.

Mariä Augen glänzten! Hastig riss sie Melchior die Schore aus den Händen und rauchte sich ein Pfeifchen. Dann bekam der Junge seinen Teil.

Auf dem Nachhauseweg fiel den drei Dealern beim Kiffen ein, dass Gauleiter Herodes, auch wenn er ein echtes Nazi-Arschloch war, sicher nicht dumm oder schwerhörig war und Seppls Versprecher bestimmt nicht überhört hatte. Also drehten sie noch einmal um und warnten die junge Familie.

Zugedröhnt bis oben hin, mit etwa zehn Kilo harten Drogen im Gepäck flohen Maria, Josef und der Junge nachts illegal über die Grenze. Zu Fuß. Maria war überglücklich, weil die ominösen Dealer ihr Unmengen an Crack, Schore und Kokain überlassen hatten.

Josef aber sprach als einziger aus, was er wirklich dachte:

„Das ist das schlimmste Weihnachten, das ich je erlebt habe, so eine verfickte Scheiße!“


Die crazy Licks der echten Profis!